Reimer: Wollen die Rookie Trophy
Marco Reimer: Rookie-Trophy-Titel ist das Ziel
Nach dem Playoff-Auftakt der EuroNASCAR in Oschersleben fährt Marko Stipp Motorsport mit Rückenwind zum Finale nach Zolder - Crew Chief Marco Reimer spricht im Exklusiv-Interview über die Erwartungen für Belgien
Das Heimspiel für Marko Stipp Motorsport in der Motorsport Arena Oschersleben war trotz einiger technischer Defekte eines, auf das der Rennstall aus Herford positiv zurückblicken kann. In der Rookie Trophy kämpft Victor Neumann weiterhin um den Titel, Thomas Krasonis wahrt aufgrund seiner starken Resultate die Chance, in der Gesamtwertung der EuroNASCAR 2 einer der ersten drei Plätze zu belegen und Nick Strickler beeindruckte in Deutschland mit individuellen Leistungen. Für Marco Reimer (Bildmitte im Titelbild) sind die Ergebnisse die Bestätigung jener Arbeit, die nicht nur an dem Wochenende in Sachsen-Anhalt, sondern über die gesamte Saison hinweg investiert wurde.

Strickler überzeugt nach Motortausch
"Es war ein erfolgreiches Wochenende, wir haben hart gearbeitet und schwer dafür gekämpft." So lauten die ersten Worte des Crew Chiefs sowie Setup-Ingenieurs gegenüber 'Leftturnsonly.de', der trotz der Rückschläge insgesamt auf ein gelungenes Heimspiel zurückblickt.

Die erste Hürde musste das Team bereits am Donnerstag stemmen. "Wir haben kurz nach dem Entladen bemerkt, dass der Motor des Chevrolet Camaro's der Startnummer 48 nicht ganz koscher war. Sven und Steve (im Titelbild links bzw. rechts, Anm. d. Red.) haben den in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gewechselt", verrät Reimer. Die Bemühungen zahlten sich im ersten Anlauf allerdings nicht aus, im Laufe des Freitags habe man bemerkt, dass auch der Ersatzmotor nicht die Performance zeigte, die man sich erhofft hatte. Neben einem erneuten Motortausch wurden auch die Kupplung, das Getriebe und das Differential ersetzt.

Vom Tausch der defekten Teile profitierte schließlich Nick Strickler. Der US-Amerikaner fuhr am Samstag in der EuroNASCAR 2 zum vierten Mal in dieser Saison auf den elften Platz. Am Sonntag beeindruckte er vor allem im Duell mit Meisterschaftsleader Martin Doubek im Hendriks-Ford und wurde Zwölfter. Im Nachgang zeigte sich Strickler begeistert von den Resultaten und schöpfte Momentum für die letzte Veranstaltung der Saison im belgischen Zolder.

Geplatzter Knoten bei Krasonis
Der Pilot der Startnummer 46 wusste an dem Wochenende ebenfalls zu überzeugen. Am Samstag schrammte der Grieche in der EuroNASCAR 2 als Vierter nur haarscharf am Podium vorbei, blieb allerdings stets in Schlagdistanz zum Drittplatzierten Gil Linster im Hendriks-Toyota. Am Sonntag folgte in selbiger Kategorie Rang sechs. In der Pro-Klasse jubelte der Mann aus Athen gleich zweifach vom Podest in der Junior Trophy. Am Samstag gab es einen zweiten Platz (Gesamtrang neun), am Sonntag Position drei (Gesamtrang sechs).

In der Gesamtwertung der EuroNASCAR 2 rangiert Krasonis nun als Vierter mit einem Rückstand von elf Punkten auf den Gesamtdritten Linster. Weil auch beim Finale in Zolder doppelte Punkte vergeben werden, sind die Top Drei in der Schlusswertung weiterhin ein realistisches Ziel.

Für den 22-Jährigen sei aufgrund der Resultate in Oschersleben "auf jeden Fall" der Knoten geplatzt, wie Reimer analysiert. Dies sei "auch Dank Alon Day, der ihn coacht und eine ganze Menge beigebracht hat" möglich gewesen. "Sie arbeiten super zusammen und es geht vorwärts. Ich denke, in Zolder ist das Podium drinnen. Wir werden als Team alles geben und viele Punkte sammeln", gibt sich der in Oberösterreich lebende Cew Chief für Zolder optimistisch.

Druck im Kampf um die Rookie Trophy besteht
Das Team hält die größten Titelambitionen mit Victor Neumann (Startnummer 47) in der Rookie Trophy der EuroNASCAR 2. Nach dem Sieg am Samstag und einem verpatzten Sonntag rangiert der Franzose nur acht Punkte hinter Rookie-Trophy-Leader Florian Richard im Speedhouse-Ford. "Wir werden dafür alles geben und ihn als Team pushen. Ich bin da sehr optimistisch, dass es Victor schafft", sagt Reimer im Hinblick auf den Showdown in Zolder und will keine Kosten und Mühen gescheut wissen.

"Er wird einen neuen Motor erhalten und das Auto wird top vorbereitet sein. Ich denke, dass wir aufgrund dessen und aufgrund der bisherigen Ergebnisse von Victor die Rookie Trophy in der Tasche haben werden”, verdeutlicht Reimer. Zwar werde "ein bisschen Druck" vorhanden sein, aber das Team werde dies "gehändelt" bekommen, ergänzt er abschließend.

Unter dem Strich gibt sich der Deutsche, der bereits seit zehn Jahren in der EuroNASCAR tätig ist, "stolz auf alle drei Fahrer und das Team. Besonders muss ich Sven danken, der die Autos für jedes Wochenende super vorbereitet."

Mit Bildmaterial von NASCAR Whelen Euro Series